Klassenfahrt der 10b

Segeln im  IJsselmeer

 

Nachdem sich alle von Eltern und Geschwistern  verabschiedet hatten, nahm jeder seinen, mehr oder weniger vorgesehenen Platz im  Bus ein. Nach einer lustigen Fahrt mit einer Klasse aus Schifferstadt wurden wir nach acht Stunden Fahrt freundlich auf der "Onrust" empfangen. Als der Kapitän seine Rede beendet hatte verstauten alle ihr Gepäck in den Kajüten. Anschließend  fanden die meisten, erschöpft von der Anfahrt, den Weg in die Betten.

Nach einer ruhigen erholsamen Nacht wurden wir von den Skippern mit den verschiedenen Knoten und Handgriffen vertraut gemacht. "Mütze auf und Jacke an, so ging die Reise los, ins Ijsselmeer auch ohne Karl, wenn's sein muss mit dem Floß." Wenn gerade mal keine Segel zu setzen oder einzuholen waren und ausnahmsweise nicht gekreuzt wurde, machte man es sich an Deck gemütlich. Einige schliefen bzw. dösten vor sich hin, doch die meisten unterhielten sich fröhlich, fast so wie im Unterricht. Gruppenkuscheln und Musik hören war wohl das meist verwendete Mittel die lange Zeit zu nutzen. Viele ließen sich in der Sonne brutzeln, was nicht immer zur gewünschten Bräune führte. An den Abenden stürzten wir uns, froh darüber uns die Beine vertreten zu können, ins holländische Nachtleben.

Am nächsten Morgen, nach einer entspannten Nacht, machten wir uns  auf den Weg nach Terschelling. Wieder erfreuten wir uns nach stundenlanger Fahrt an einem Festmahl für hungrige Piraten. Während der Küchendienst das Essen  vorbereitete und die Tische mit vielen Köstlichkeiten pflasterte, erkundete der  Rest die Insel. Nach geselligem Beisammensein mit der eigenen Klasse versuchten so manche mit unseren holländischen Mitmenschen vom Nachbarschiff Kontakte zu  knüpfen. Erfolglos! Wieder schafften es alle nach einer ereignislosen Nacht  aufzustehen.

Heute sollte eine Wattwanderung auf dem Programm stehen. Unsere  Fahrt ins Wattenmeer wurde von unerschöpflichen Liedern der Onkelz begleitet. So ankerten wir in der Nordsee - ringsum nur Wasser. Gut gefüttert warteten wir darauf, dass das Wasser verschwindet. Ein herrlicher Sonnenuntergang war uns Gott sei Dank vergönnt. Einige machten sich schon auf den Weg ins Watt,  allerdings in Badehosen - denn das Wasser ging nicht zurück, im Gegenteil, es  stieg wieder. So saßen wir nun fest, spielten Karten und hörten Musik von Bob  Marley. Gegen zwei Uhr nachts war es wieder möglich weiter zu fahren. Bis dahin legten wir uns an Deck, machten es uns in unseren Schlafsäcken gemütlich, beobachteten Sternschnuppen und schliefen schließlich ein. Geweckt vomschmerzlichen Verlust von Lisas Ohrring, der sich schon auf den Heimweg machte, begaben wir uns in die Kojen.

Ausgeschlafen und voller Elan bereiteten wir das Schiff zum "auslaufen" vor. An diesem Tag hatten wir wie immer gutes Wetter, aber was noch besser war, war der Rückenwind. So fuhren wir ganz fix quer über das Wattenmeer.
In Medemblik, einer friedlichen Kleinstadt, angelangt, waren wir froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Am Abend ging es dann zum Abschluss in die Disco "Black & White", sehr zu empfehlen. Diesmal schliefen alle schnell ein und wachten auch nicht so schnell wieder auf.

Nach einem Frühstück mit Kamillentee und Zwieback machten wir uns mit hausgemachter Pfälzer Bratwurst wieder auf den Heimweg nach Enkhuizen den Heimathafen der "Onrust". Währenddessen verabschiedeten wir uns auf ziemlich nasse Art und Weise vom Ijsselmeer. Danach hieß es "klar Schiff", unsere letzte Aufgabe als Matrosen.  Jeder verabschiedete sich von den Skippern, die der ein oder andere doch ins Herz geschlossen hatte und stiegen wieder in den Bus. Deutschland wir kommen!

durch Thorsten Gruen

 

Bilder vom Segeltörn